ine Person schüttet mit beiden Händen einen rosafarbenen Eimer voller junger Aale in ein naturnahes Gewässer. Die schlängelnden Fische gleiten ins Wasser, das mit Schaumblasen und Wasserpflanzen bedeckt ist. Die Szene zeigt eine Aussetzmaßnahme zur Wiederansiedlung von Aalen.
Der Besatz mit vorgestreckten Aalen erscheint in vielen Fällen erfolgsversprechender als Glasaalbesatz.

Am 8. und 15.7. führten wir unseren diesjährigen Besatz mit vorgestreckten Aalen durch.

Unser Aalbesatz wurde, wie in den Vorjahren, durch eine Kombination aus EU- und Landesmitteln sowie einem Eigenanteil finanziert. Neben Glasaalen besetzen wir alljährlich auch vorgestreckte Aale. Durch diese Kombination wollen wir eine möglichst hohe Besatzeffektivität erreichen, denn in einigen Gewässern und manchen Jahren funktioniert mal die eine, mal die andere Besatzform besser.

Vor Kurzem war es wieder so weit: Aus logistischen Gründen wurden bei zwei Besatzterminen insgesamt über 2,2 Tonnen vorgestreckte Jungaale besetzt. Geliefert wurden die Aale in diesem Jahr durch die Fischzucht Uhthoff aus Neubrandenburg. Insgesamt dürften es um die 280.000 Fische gewesen sein, die unsere Biologen mit Hilfe zahlreicher ehrenamtlicher Helfer im ganzen Land verteilt haben.

Zwei junge Aale schlängeln sich am Gewässergrund zwischen algenbewachsenen Steinen. Das Wasser ist klar, sodass die Tiere gut zu erkennen sind. In der Nähe schwimmen kleine Schaumblasen. Die Szene zeigt die Fische in ihrer natürlichen Umgebung kurz nach dem Aussetzen.
Viele Gewässer in Schleswig-Holstein bieten den Aalen gute Lebensräume und kurze Wege ins Meer.

Nördlichster Besatzpunkt war der Glücksburger Mühlenteich an der Flensburger Förde, südlichster der Elbe-Lübeck-Kanal bei Lauenburg. Inklusive der LAV-Verbandsgewässer wurden 83 Gewässer im ganzen Land besetzt. Diese Menge an Gewässern fachgerecht mit lebendigen Tieren zu besetzen, die im Sommer einen nicht unerheblichen Sauerstoffbedarf haben, ist schon eine Leistung. Doch wie schon in den Vorjahren war die Vorbereitung durch unsere Biologen Rüdiger Neukamm und Mattias Hempel optimal, und so konnten alle Gewässer verlustfrei besetzt werden.

Nun hoffen wir, dass die besetzten Aale sich in Schleswig-Holstein gut einleben, ihre Rolle im Ökosystem übernehmen und sich zumindest ein guter Teil von ihnen in einigen Jahren als Blankaal auf den Weg die Laichgebiete machen wird.

Die Abbildung zeigt das EU-Wappen und das Landeswappen Schleswig-Holsteins, beides zusammen mit den Schriftzügen "Kofinanziert von der Europäischen Union" und "Schleswig-Holstein Landesregierung".
Der jährliche Aalbesatz wird durch EU- und Ländermittel finanziert, zudem leisten die Fischereitreibenden einen Eigenanteil.