Vorgestreckte Aale werden aus einem roten Eimer vorsichtig in ein Gewässer eingesetzt. Es ist erkennbar, dass die Aale sofort die Deckung der Steinpackung suchen.
Wie wichtig die passende Strukturen für die Besatzaale sind, erkennt man sofort: Jede Lücke der Steinpackung wird umgehend besetzt.

Am 26. August haben wir unseren diesjährigen Besatz mit vorgestreckten Aalen durchgeführt. Rund 2,3 Tonnen Jungaale wurden dabei auf insgesamt 82 Gewässer in den Einzugsgebieten von Elbe, Schlei-Trave und Eider verteilt. Bei einem durchschnittlichen Stückgewicht von etwa sieben Gramm entspricht das mehr als 300.000 jungen Aalen.

Zwei Personen füllen vorgestreckte Aale aus einer Wanne in einen Transportbehälter. Die jungen Aale werden für den Besatz schleswig-holsteinischer Gewässer vorbereitet.
Wie in den vergangenen Jahren wurden die Aale in Rade am NOK angeliefert und mit der Unterstützung der Kanalfischerei für den Weitertransport ins ganze Land in zahlreiche Fischtransporter verladen.

Damit steht auch der zweite Teil unseres Aalbesatzes für dieses Jahr. Bereits im Frühjahr hatten wir rund 940.000 Glasaale in geeignete Gewässer Schleswig-Holsteins ausgesetzt. Unser Besatzprogramm setzt bewusst auf eine Kombination aus sehr jungen Glasaalen und bereits vorgestreckten Aalen. Denn unsere Erfahrungen zeigen: Je nach Gewässer und Jahr kann sich die eine oder die andere Besatzgröße besser entwickeln. Durch die Kombination wollen wir die Erfolgschancen des Besatzes insgesamt erhöhen.

Nahaufnahme vorgestreckter Aale beim Besatz. Mehrere junge Aale liegen in den Händen einer Person über einem mit weiteren Aalen gefüllten Behälter.
In diesem Jahr waren die Besatzaale etwa sieben Gramms schwer. Durch die Kombination mit Glasaalbesatz im Frühjahr erhoffen wir uns eine möglichst gute Gesamt-Überlebenswahrscheinlichkeit.

Der Aalbestand befindet sich weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Gleichzeitig zeigen unsere Untersuchungen und Bestandserhebungen, dass der Aalbesatz in Schleswig-Holstein wirkt. Besonders wichtig sind dabei Gewässer, die den heranwachsenden Aalen geeignete Lebensräume bieten und aus denen die späteren Blankaale möglichst ungehindert in Richtung Meer abwandern können.

Blankaal und Gelbaal liegen nach einer wissenschaftlichen Befischung nebeneinander in Messrinnen. Die unterschiedliche Färbung zeigt die verschiedenen Entwicklungsstadien des Europäischen Aals.
Der langjährige Besatz in Schleswig-Holstein hat zu einem Wiederanstieg des Aalbestandes geführt. Erfreulich: Immer mehr Blankaale, die auch aus Besatz stammen, können zum Ablaichen abwandern.

Mit dem jährlichen Besatz wollen wir deshalb dazu beitragen, den Aal als charakteristische Fischart unserer Gewässer zu erhalten und möglichst vielen Tieren später die Abwanderung zu ihren Laichgebieten zu ermöglichen.

Die Abbildung zeigt das EU-Wappen und das Landeswappen Schleswig-Holsteins, beides zusammen mit den Schriftzügen "Kofinanziert von der Europäischen Union" und "Schleswig-Holstein Landesregierung".
Der jährliche Aalbesatz wird durch EU- und Ländermittel finanziert, zudem leisten die Fischereitreibenden einen Eigenanteil.