
In den Wochen vor Saisonbeginn hat sich einiges am Westensee getan. Für alle Angler besonders interessant: Wir haben unsere Bootsflotte modernisiert und vier der betagtesten grünen Schlichting-Boote gegen neue Sandström Basic 425 getauscht. Die neuen Boote besitzen mehr Freibord, was die Sicherheit bei Wind erhöht. Zudem lassen sie sich vor allem, wenn zwei Personen an Bord sind, sehr gut und auch schnell rudern. Insbesondere, wenn sich also zwei Personen ein Boot teilen wollen und etwas Wind angesagt ist, sind diese Modelle eine gute Wahl. Im Vorfeld hatten wir etliche Bootstypen verglichen und das für uns passendste Modell herausgesucht. Am Prüßsee haben wir bereits gute Erfahrungen mit den Sandström-Modellen gemacht. Bitte behandelt die neuen, nicht ganz preiswerten Boote pfleglich und passt auf, mit den schweren Ankern keine Schäden am GFK zu verursachen.

Schulunterricht am Seeufer
Die ersten Nutzer der neuen Boote waren die Schüler des Helene-Lange-Gymnasiums in Rendsburg. Ab diesem Jahr startet eine Kooperation mit dieser Schule, die in den Chemie- und Biologie-Profilen das Klassenzimmer an den Westensee verlegt. Die Schüler können so theoretisch erworbenes Wissen in die Praxis übertragen, am Gewässer Wasserchemie untersuchen und auch die Ökologie des Sees erforschen. Dafür stellen wir unsere Infrastruktur vor Ort gern zur Verfügung – Boote, Tische und Bänke, aber auch unser Steinhaus und den Grill darf die Schule nutzen.

Doch keine Sorge, liebe Angler: An den beliebten Wochenenden und an Feiertagen wird es dadurch natürlich nicht zu einer Verknappung der Bootsflotte kommen. Dass der Unterricht mit praktischem Anteil gut ankommt, zeigt der Bericht eines der Schüler:
„Ein Tag am Westensee“
„Im Rahmen des Profilseminars führte das Chemieprofil, die Q1b, eine Gewässeruntersuchung beim Landesangelverband Schleswig-Holstein am Westensee durch. Der Tag begann bereits ereignisreich mit einer turbulenten Busfahrt über einen herausfordernden und sehr unebenen Sandweg, fernab der üblichen Straßen.
Am See angekommen, erhielten wir bei einem Treffen mit Johannes Radtke zahlreiche interessante Einblicke in das dortige Ökosystem.
Ein Teil der Gruppe fuhr anschließend mit Ruderbooten auf den See hinaus, um Wasserproben an verschiedenen Stellen und aus unterschiedlichen Tiefen zu entnehmen. Währenddessen untersuchte der restliche Teil das Ufer sowie den angrenzenden Flachwasserbereich hinsichtlich der dort vorkommenden Pflanzen und Tiere. Ein besonderes Highlight war dabei ein Stein aus dem Wasser, der von zahlreichen kleinen Wassertieren besiedelt war, die unter dem Binokular ein faszinierendes Bild boten.
Nachdem die Wasserproben eingetroffen waren, teilten wir uns in verschiedene Gruppen auf und begannen bei herrlichem Sonnenschein mit der Analyse zentraler chemischer Parameter. Dazu zählten unter anderem der Sauerstoff-, Nitrat-, Nitrit- und Phosphatgehalt des Wassers.
Den gelungenen Tag ließen wir schließlich bei einem gemeinsamen Grillen mit vielen leckeren Salaten und Desserts ausklingen. Zwei Schüler nutzten sogar noch die Gelegenheit, in Badehose die Wassertemperatur persönlich zu testen. Müde, aber zufrieden traten wir anschließend die Rückfahrt zur Schule an und freuen uns nun auf die Auswertung der gewonnenen Daten sowie auf weiterführende Erkenntnisse über das Ökosystem des Westensees.“
Zwei neue Brutflöße
Die ersten Angler am See werden es schon gesehen haben: Es gibt zwei neue schwimmende Pontons im Ostteil des Sees. Gemeinsam mit dem Naturpark Westensee haben wir vor ein paar Wochen zwei Brutflöße an für die Seeschwalben hoffentlich geeigneten Stellen im See verankert. Nur eines der Flöße schwimmt dabei im für die Angler relevanten Teil des Sees, das andere befindet sich in einem Schongebiet. Wir haben bei der Abstimmung mit den Verantwortlichen vom Naturpark Westensee versucht, eine möglichst anglerfreundliche Positionierung des Floßes zu erreichen.

Bitte haltet 50 Meter Abstand von der Brutinsel – besonders im Frühjahr und Sommer sind die bedrohten Flussseeschwalben darauf angewiesen, in Ruhe ihre Jungen aufziehen zu können. Im Übrigen werden die Elternvögel dieser Art auch recht aggressiv, wenn sich jemand den Nestern nähert. Die agilen Flieger können durchaus schmerzhaft in den Kopf picken.
Bedenkt auch, dass das Floß mit Ankerseilen quer abgespannt ist – lasst in dessen Nähe eure teuren Kunstköder also besser nicht bis zum Grund durchsinken. Wir hoffen, dass sich möglichst viele der eleganten Flussseeschwalben auf den Flößen einfinden und in diesem Jahr erfolgreich brüten können. Die Seeschwalben sind übrigens gute Anzeiger für Brut- und Jungfischschwärme auf dem See. Wenn sie rüttelnd und sturztauchend über längere Zeit an einem Ort zu sehen sind, lohnt sich oft ein Versuch auf Barsche, die meist unter den Futterfischen stehen und somit ungewollt Helfer für die eleganten Vögel sind.

Wir wünschen euch eine erfolg- und erlebnisreiche Zeit auf unserem Westensee. Dass wir dort so gute Angelei in so intakter Natur erleben dürfen, ist ein echtes Privileg – lasst uns das bewahren!
Alle Schongebiete und -regelungen – nicht nur für den Westensee – findet ihr übrigens auf unserer der digitalen Gewässerkarte bei Angeln-in.
