Die Abbildung zeigt einen farblich gestalteten Lageplan der Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf mit der geplanten Umgestaltung. In der linken Bildhälfte verläuft die Hauptstraße, von der aus eine gelb markierte Zufahrt zum Gelände führt. Direkt an der Zufahrt liegt ein rechteckiger Parkplatz mit rund 20 eingezeichneten Stellplätzen für Pkw. Südlich des Parkplatzes befinden sich drei grün eingefärbte Rundbecken und eine große Baumgruppe. Ein Weg führt zu einem länglichen, rot markierten Mühlengebäude, das über eine Holzbrücke erreichbar ist. Entlang des Gebäudes verläuft ein hellblauer, gewundener Kanal mit kleinen Staustufen, der als „Raugerinne mit Sohlstufen“ beschriftet ist und in der „Mühlennau“ mündet. Im Zentrum und Osten des Plans sind mehrere Gebäude eingezeichnet: eine „Bruthalle“, ein „Bruthaus 2 und Lagerhalle“ sowie ein „Wirtschafts- und Bürogebäude“. Die Gebäude sind mit Maßangaben versehen, z. B. 16,50 m oder 12,00 m. Auch mehrere Bäume und Freiflächen sind dargestellt. Rechts unten im Planfeld befinden sich die Angaben zur Urheberschaft und Maßstab: „Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf – Umplanung“, Landesanglerverband Schleswig-Holstein e. V., Planstand vom 18.03.2025, Maßstab 1 : 350.
Eine neue Fischbruthalle, modernes Wirtschaftsgebäude, modernisiertes Bruthaus 2: So soll es Ende 2026 in Alt-Mühlendorf aussehen.

Wir modernisieren und bauen die Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf (FBA A-M) in den kommenden Jahren grundlegend um. Damit sichern wir einen Standort, der für den praktischen Fischartenschutz in Schleswig-Holstein eine Schlüsselrolle spielt – und entwickeln ihn weiter zu einem modernen Fischartenschutzzentrum mit zwei klaren Säulen: Erbrütung/Artenschutz und Information/Bildung.

Unser Ziel: Artenschutz für Wanderfische – mit Blick Richtung Nordsee

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt bei den Wanderfischen, die zwischen Meer und Fließgewässern pendeln. Gerade im Einzugsgebiet der Nordsee sind viele Zuflüsse strukturell stark beeinträchtigt – hier wird es voraussichtlich noch länger dauern, bis sich Lebensräume so erholen, dass sich Bestände wieder flächig selbst erhalten können.
Solange das nicht der Fall ist, brauchen wir eine fachlich eng begrenzte, kontrollierte Übergangslösung, um lokale, angepasste Bestände (z. B. von Meerforelle und Lachs) zu erhalten: Laichfischfang, künstliche Erbrütung, verantwortungsvoller Besatz nach fachlichen Vorgaben – und regelmäßig überprüft.

Genau dafür schaffen wir in Alt-Mühlendorf die Infrastruktur, die wir künftig benötigen: verlässlich, zeitgemäß und mit genügend Kapazität, um die Aufgaben langfristig sicher erfüllen zu können.

Eine weibliche Meerforelle wird abgestreift. Die reifen Eier fließen in eine Metallschale.
Die künstliche Vermehrung von Meerforelle und anderen Arten, die es schwer haben, wird auch weiterhin eine wichtige Aufgabe der Anlage sein.

Was wir konkret vorhaben – unsere Vision in zwei Teilprojekten

1) Moderne Bruthäuser und stabile Technik
Wir planen die Erneuerung der Anlage in mehreren Bauabschnitten. Kern sind (mindestens) zwei Bruthaus-Einheiten, die mit moderner Technik eine gleichbleibend hohe Wasserqualität sicherstellen. Dazu gehören u. a.:

  • neue/modernisierte Bruthäuser mit zeitgemäßer Wasserführung und Technik (inkl. Kreislauf-/Aufbereitungslösungen),
  • klar getrennte Funktionsbereiche, damit wir Herkünfte weiterhin konsequent getrennt erbrüten können („gewässerrein“ – ein zentraler Baustein guter fachlicher Praxis),
  • perspektivisch auch Lösungen, die Energieeffizienz und nachhaltigen Betrieb unterstützen (z. B. Photovoltaik-Ansätze, wo sinnvoll und genehmigungsfähig).

2) Ein Ort, an dem man Fischartenschutz verstehen kann
Wir wollen Fischartenschutz nicht nur machen, sondern auch erklären – dort, wo er passiert. Deshalb entwickeln wir parallel die Idee eines Informations- und Lernortes am Standort weiter, der z. B. Schulklassen und Interessierten einen praxisnahen Zugang ermöglicht:

  • warum Wanderfische auf funktionierende Flüsse angewiesen sind,
  • wie Fließgewässer und Meer zusammenhängen,
  • welche Belastungen es gibt – und was konkret hilft (inkl. Lösungen wie Durchgängigkeit/Fischaufstieg, Strukturverbesserung, Gewässerpflege).

Die benachbarte Mühle bietet dafür perspektivisch Chancen – aber: Hier hängen einzelne Bausteine (z. B. Denkmalschutz, Umsetzbarkeit vor Ort) noch von weiteren Abstimmungen ab.

Aktueller Stand: Abriss erledigt – Bruthaus 1 startet, sobald das Wetter es zulässt

Auf dem Gelände ist bereits sichtbar etwas passiert: Die alten Wohngebäude sind abgerissen. Damit ist der Bauplatz frei.
Als nächstes beginnen – sobald die Witterung es zulässt – die Bauarbeiten für das erste Bruthaus im Rahmen des ersten Bauabschnitts.

Im Vordergrund des Bildes befinden sich mehrere große, schwarze Rundbecken mit Netzen überspannt – vermutlich Fischhälterungsbecken. Im Hintergrund steht ein flaches Gebäude mit Satteldach, daneben liegen mehrere grüne Arbeitsboote auf dem Rasen. Dahinter sieht man eine ebene Fläche mit frisch aufgeworfenem Erdwerk, es deutet auf eine aktive Baustelle hin. Hohe Laubbäume – teils ohne Blätter – umgeben das Gelände. Der Himmel zeigt ein warmes Abend- oder Morgenlicht, das durch die Bäume scheint. Die Szenerie wirkt ruhig und gepflegt.
So sieht es derzeit in Alt-Mühlendorf aus: das alte Wohnhaus und die Nebengebäude sind abgerissen, aber die Arbeit für die Fische geht weiter.

Warum wir eine Förderung erhalten – und was das (nicht) mit der Fischereiabgabe zu tun hat

Dieses Vorhaben ist deutlich größer als das, was sich aus laufenden Töpfen realisieren lässt. Deshalb sind wir sehr dankbar, dass das Land Schleswig-Holstein unser Engagement im Fischartenschutz und den Beitrag zur Umsetzung der landesweiten Biodiversitätsziele anerkennt und eine Förderung aus dem Sondervermögen zur nachhaltigen Finanzierung von Maßnahmen der grün-blauen Infrastruktur des Landes Schleswig-Holstein bereitstellt.

Wichtig ist uns die klare Einordnung: Dieses Bau- und Modernisierungsprojekt hat nichts mit einer Erhöhung der Fischereiabgabe in Schleswig-Holstein zu tun.
Die Fischereiabgabe ist ein Instrument für laufende Maßnahmen und Projekte wie zum Beispiel das Projekt Fischhorizonte (das beispielsweise den Meerforellenbesatz im Land regelt und fördert) – aber die Investitionen in Neubau und grundlegende Modernisierung in dieser Größenordnung werden nicht über die Fischereiabgabe, sondern über andere Fördertöpfe wie zum Beispiel über das oben genannte Sondervermögen ermöglicht.

Wir halten euch über die nächsten Schritte auf dem Laufenden – und freuen uns darauf, Alt-Mühlendorf gemeinsam mit vielen Unterstützerinnen und Unterstützern in eine neue Zukunft zu führen.


Die alte Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf

Eine winterliche Landschaft zeigt eine historische Fischbrutanstalt mit roten Backsteingebäuden, teilweise mit Schnee bedeckt. Ein kleiner Fluss fließt an dem Gebäude vorbei, während auf dem Gelände mehrere runde Fischbecken zu sehen sind. Einige Gebäude im Hintergrund und geparkte Autos ergänzen die Szenerie. Die umliegenden Bäume sind kahl, und der Boden ist stellenweise mit Schnee bedeckt.
Blick von der Brücke über die Mühlenau auf die Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf vor dem Start des Großprojektes, rechts die historische Wassermühle.

Die Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf wird seit dem 1. Juli 2023 von uns, dem Landesangelverband, betrieben. Hier erfahrt ihr alles Wissenswerte über die Anlage.

Die Anlage in Alt-Mühlendorf, direkt an der Mühlenau gelegen, ist geschichtlich eng mit unseren heimischen Fischbeständen verbunden. Bereits 1877 gegründet, beschäftigte sich die Fischbrutanstalt mit der Produktion von Satzfischen im Brütlingsalter. Mit einem zunehmenden Rückgang der Fischarten und dem Verlust der Biodiversität durch die Verschmutzung und den Verbau unserer Gewässer wurden schon sehr früh erste Besatzmaßnahmen mit Meerforellen und Lachsen unternommen, die in Alt-Mühlendorf erbrütet wurden. So wurden bereits im Jahr 1877 140.000 Lachseier für die heimischen Gewässer erbrütet.

Eine Nahaufnahme eines jungen Forelle im Brutfischalter in einem Aquarium. Der Fisch hat eine schlanke, längliche Form mit einem transparenten Körper, durch den eine Reihe dunkler Streifen sichtbar ist. Die großen, runden Augen und die feinen, durchscheinenden Flossen sind deutlich zu erkennen. Der Hintergrund ist unscharf, sodass der Fokus ganz auf dem kleinen Fisch liegt.
Das Bruthaus in Alt-Mühlendorf ist auf die Vermehrung von Forellen ausgerichtet. Ziel ist die Produktion von gesunden, kräftigen Brutfischen.

Über 46 Millionen Forellen

Im Laufe der Zeit wandelten sich die Anforderungen an die Fischproduktion. In den 1930er-, 1940er-, 1950er- und 1960er-Jahren wurde die Erbrütung von Meerforellen eingestellt, und die Fischzucht konzentrierte sich auf Maränen und Hechte. Ab 1964 änderte sich dies jedoch, und die Vermehrung von Meerforellen wurde wieder ein fester Bestandteil der Arbeit in der Fischbrutanstalt. Seit 1970 konnten bereits über 46 Millionen Forellen aus regionalen Populationen besetzt werden, die heute in vielen Gewässern die Grundlage der hiesigen Bestände bilden. Nach und nach wurde die Anlage ausgebaut, sodass sie heute in jeder Saison Platz für 2,2 Millionen Salmonideneier bietet.

Eine Nahaufnahme von befruchteten Meerforellen-Eiern. Die Eier sind rund, transparent und leuchten in verschiedenen Orangetönen. In einigen Eiern sind kleine dunkle Punkte erkennbar, die die sich entwickelnden Embryos zeigen. Die Oberfläche der Eier ist glatt und schimmert im Licht, während sie dicht aneinanderliegen und eine lebendige, warme Farbkomposition bilden.
Inzwischen können in den Brutschränken und -Rinnen jährlich bis zu 2,2 Millionen Forelleneier aufgelegt werden.

Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf auf einen Blick:

  • Gründung 1877 durch den Central Fischereiverein Schleswig-Holstein
  • Betrieben durch den LSFV/LAV seit 1.7.2023
  • Günstige Lage in der geographischen Mitte des Landes
  • Wasserversorgung: Oberflächenwasser durch die Mühlenau/Wehrau
  • Wasserrecht: 80 l/sek im Fließkanal und unbegrenzt für den Rest der Anlage
  • Grundstücksgröße: 6400 Quadratmeter
  • Anzahl Hälterbecken: 20
  • Erbrütungsmethoden: Langstromrinne, Brutschrank, Zugerglas
  • Erbrütete Fischarten: Forellen, Lachs, Quappe, Maränen, Schnäpel
  • Betrieb: Fischwirtschaftsmeister Kilian Lauff
Kilian Lauff hält eine große Meerforelle in beiden Händen. Er steht vor einer Reihe von Wasserbecken, die für die Fischzucht verwendet werden, und im Hintergrund sind herbstlich gefärbte Bäume sowie ein Gebäude mit Ziegeldach zu sehen. Die Szene wirkt herbstlich und leicht regnerisch, was durch die nassen Oberflächen und die bedeckten Wasserbecken unterstrichen wird.
Die neuen Becken sind ottersicher und erlauben eine nach Flusssystemen getrennte Hälterung. Dank der Abdunkelung stehen auch große Männchen wies dieses ruhig.

Moderen Hälteranlage für Elternfische

Zur Unterbringung der Laichfische wurde erst vor wenigen Jahren eine moderne und gut funktionierende Hälteranlage gebaut, in der problemlos bis zu 1.000 Elterntiere Platz finden. Diese Anlage umfasst 15 kleinere und vier große Rundstrombecken sowie einen 30 Meter langen Fließkanal. Sie ist so konzipiert, dass die unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Fischarten berücksichtigt werden können. Auf diese Weise wird für alle untergebrachten Arten eine bestmögliche Zwischenhälterung gewährleistet.

Kilian Lauff in grüner, wasserdichter Kleidung und Mütze steht in der Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf. Er hält eine Meerforelle in den Händen und betrachtet sie aufmerksam. Der Raum ist gefliest und mit verschiedenen Becken und Wasserleitungen ausgestattet, die für die Fischzucht verwendet werden. Im Hintergrund sind mehrere Schläuche und Wasseranschlüsse zu sehen. Ein Hund ist ebenfalls im Raum und schnuppert am Boden. Die Atmosphäre wirkt sauber und funktional, passend für eine professionelle Fischzuchtumgebung.
Das Bruthaus an sich wurde im Laufe der Zeit Stück für Stück erweitert und die Wasserführung optimiert.

Um die wertvollen Fische vor Prädatoren zu schützen, wurde die gesamte Anlage abgesichert, sodass die Elterntiere bei uns bestens geschützt bis zur Laichreife gehältert werden können. Die Elterntiere werden entweder vom Personal des Landesangelverbands selbst gefangen oder von den beteiligten Vereinen nach vorheriger Absprache angeliefert.

Eine riesige, männliche Meerforelle liegt aus einem Messbrett. Der Milchner ist 85 Zentimeter lang.
Im Laufe einer Saison kommen in jedem Jahr auch einige außergewöhnlich große Fische in die Anlage.

Wasser aus dem Wadersee

Die Wasserversorgung der Anlage erfolgt über die Mühlenau/Wehrau, die ihr Wasser aus dem Ablauf des Wardersees erhält. Eine Filtereinheit und eine UVC-Sterilisation reinigen das zulaufende Wasser gründlich, bevor es zu den sensiblen und empfindlichen Brütlingen gelangt. Um ressourcenschonend mit dem benötigten Wasser umzugehen, wurde die Fischzucht in den letzten Jahren modernisiert. Seitdem wird ein größerer Teil des Wasser in der Anlage rezirkuliert.

Die Fischbrutanstalt ist mit ihrer Ausstattung genau an die Bedürfnisse der Fischerbrütung angepasst. Ein ausgeklügeltes System der Wasserversorgung ermöglicht es, verschiedene Elemente für die Erbrütung anzuschließen und flexibel auf die Anforderungen der Fische zu reagieren. Es muss jedoch erwähnt werden, dass die Abhängigkeit vom Oberflächenwasser auch Probleme mit sich bringt. Insbesondere in den warmen Monaten ist die Wasserqualität für das Heranzeihen von Salmoniden aufgrund von Nährstoff- und Keimbelastungen oft nicht mehr geeignet. Da der Besatz der Brutfische jedoch in der Regel im April stattfindet, führt dies selten zu Konflikten.

Es sind etliche kleine Fischlarven im Wasser schwimmend zu sehen.
In 2024 experimentierten wir in Alt-Mühlendorf erfolgreich mit der Schnäpelvermehrung.

Obwohl die Fischbrutanstalt primär mit der Erbrütung von Salmoniden betraut ist, können ohne großen Zusatzaufwand im begrenzten Umfang weitere Arten wie Quappen, Maränen, Hechte und Karpfen vermehrt werden.

Die Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf übernimmt folgende Funktionen:

  • Durchführung der Fischartenhilfsmaßnahme „Fischhorizonte“:
    Dies ist die Kernaufgabe der Fischbrutanstalt. Hierbei werden Meerforellen und Lachse in heimischen Gewässern gefangen, um sie im Bruthaus zu vermehren und eine bedarfsgerechte Anzahl an Brütlingen für den Frühjahrsbesatz bereitzustellen. Meerforellen und Lachse kommen in fast allen Fließgewässersystemen Schleswig-Holsteins vor. Aufgrund baulicher Beeinträchtigungen der Gewässer ist die natürliche Reproduktion jedoch noch nicht überall in ausreichendem Maße möglich, was zu einem Rückgang der Arten führt. Um dem entgegenzuwirken, wird in den Bruthäusern ausreichend Fischbrut vorgehalten, um die Fließgewässer im Frühjahr mit Salmoniden zu besetzen. Dies ermöglicht es den jungen Fischen, unter natürlichen Bedingungen in unseren Gewässern aufzuwachsen und von dort aus ins Meer zu wandern. Ergänzend werden auch andere Fischarten, deren Reproduktion in Alt-Mühlendorf möglich ist, unterstützt.
  • Informationszentrum für Vereine und Interessierte:
    Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit werden Führungen angeboten, bei denen Anglern und Naturliebhabern die Vermehrung von Fischen und die Maßnahmen zur Unterstützung heimischer Fischbestände vorgestellt werden. Besonders spannend sind die Monate November bis Januar, da in dieser Zeit die meisten Fische in der Anlage sind.
  • Raum für Forschung:
    Alt-Mühlendorf bietet seit jeher die Möglichkeit, Forschungsarbeiten in Zusammenarbeit mit Instituten durchzuführen. Auch Bachelor- und Masterarbeiten sind willkommen, da nur wenige Orte in Schleswig-Holstein einen so breiten Querschnitt der Wildbestände an Wandersalmoniden bieten. Neue Techniken und Möglichkeiten zur Optimierung des Fischbesatzes können hier getestet werden.
  • Zusammenführung engagierter Helfer:
    Artenschutz ist eine Mammutaufgabe, und die Mitarbeit von Freiwilligen ist unerlässlich. Tätigkeiten wie der Laichfischfang, die Betreuung der Fische in der Anlage sowie die Pflege der Eier und Brütlinge bieten spannende Einblicke und können unter Anleitung von erfahrenem Personal erlernt werden.
Eine Nahaufnahme eines Tanks mit Meerforellenbrut. Zahlreiche kleine Fischlarven schwimmen im Wasser, einige gut fokussiert im Vordergrund, während andere unscharf im Hintergrund zu sehen sind. Die jungen Fische haben transparente Körper mit dunklen Streifen entlang der Seiten und kleinen, noch kaum entwickelten Flossen. Das Bild vermittelt den Eindruck einer lebendigen und gut bevölkerten Umgebung für die Aufzucht der jungen Meerforellen.
Wir hoffen, dass wir auch in den kommenden Jahren zigtausende Jungforellen in Alt-Mühlendorf produzieren können.

Erbrütete Fischarten: Forelle, Lachs, Quappe, Maränen, Ostseeschnäpel, Nordseeschnäpel
Mögliche Kapazitäten:

  • Salmoniden: 2,2 Millionen
  • Coregonen: 3 Millionen
  • Quappen: 2,5 Millionen

Aufmerksamkeit für Meerforelle = Aufmerksamkeit für unsere Fließgewässer

Eine wichtige Funktion erfüllt die Brutanstalt auch im Bereich Bildung von Umweltbewusstsein: Unsere plakative Arbeit für die Wanderfische der Nord- und Ostsee erfährt viel Aufmerksamkeit. Regionale wie überregionale Presse, Schulklassen, Angel-Influencer – alle interessieren sich für das, was hier passiert. Besonders das Auftauchen der großen Elternfische in den Laichgewässern im Herbst wirkt wie ein Magnet auf die öffentliche Aufmerksamkeit.

Zwei Personen in wasserdichter Kleidung und mit roten Handschuhen betreiben Elektrofischerei an der winterlichen Mündung der Lippingau in die Ostsee. Sie stehen in einem kleinen Boot mit Außenbordmotor, während eine Person mit einem Kescher im Wasser arbeitet. Die Umgebung ist von Schnee bedeckt, und im Hintergrund schwimmen zahlreiche Wasservögel auf der ruhigen Ostsee. Die Szene zeigt eine kalte, aber klare Winterlandschaft mit einer natürlichen, unberührten Flussmündung.
Die Arbeit an der Meerforelle bietet eine Gelegenheit, den Meeresschutz sehr anschaulich ins Bewusstsein zu rücken.

Diese Aufmerksamkeit nutzen wir immer wieder, um auf die Probleme hinzuweisen, die unsere Arbeit überhaupt erst nötig machen: Gewässerverbau und -Verschmutzung. Vor allem die dauerhaft zu hohen Nährstofffrachten durch Landnutzung sowie Einleitung aus Industrie- und Siedlungsräumen verursachen eine zu hohe Grundbelastung der Gewässer. Diese wiederum führen letztlich auch zur Verschlechterung der Zustände von Nord- und Ostsee. Insbesondere die Belastung der Ostsee ist in den letzten Jahren vermehrt in den Fokus gerückt. Wir haben durch unsere Arbeit in Alt-Mühlendorf die Möglichkeit, ursächliche Probleme – allem voran die Nährstoffbelastung der Fließgewässer – auf eine bisher nicht genutzte Art und Weise ins Rampenlicht zu rücken.

Dass unsere Botschaft in der Öffentlichkeit ankommt, versuchen wir durch verschiedene Veröffentlichungen zu erreichen. Hier findet ihr auszugsweise Beispiele in Form von Bewegtbild:

Sat.1 Regional: Artenschutz: Bestand der Meerforelle in Schleswig-Holstein wird gestärkt

NDR Nordtour: Im Einsatz für die Meerforelle

YouTube (Fang mal was): Elektrofischen mit Jörg Ovens – Gibt es deshalb noch Meerforellen & Lachse?

NDR Schleswig-Holstein Magazin: Artenschutz: So werden Meerforellen gezüchtet

Hier findet ihr einige Beiträge über die Arbeit in der Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf auf unserer Seite

Als derzeitiger Betreiber streben wir zurzeit den Kauf der Anlage vom Verband der Teichwirte und Binnenfischer an. Sobald es in dieser Sache eine neue Entwicklung gibt, erfahrt ihr es natürlich auf unserer Homepage!