Eine Hand hält einen frisch gefangenen Hering. Der silbrig glänzende Fisch ist an einer kleinen, bunten Heringsfliege gehakt. Seine großen Augen und die schillernden Schuppen sind deutlich zu erkennen. Im Hintergrund ist leicht unscharf Wasser und ein Uferbereich zu sehen. Das Bild zeigt einen typischen Fang beim Heringsangeln.
Die ersten Heringe des Jahres werden gefangen – trotz kaltem, langem Winter.

Es ist wieder so weit: Nach einem „echten Winter“ mit lang anhaltendem Frost und einer ordentlich heruntergekühlten Ostsee zieht der Hering wieder in die Buchten und Förden Schleswig-Holsteins.

Im Nord-Ostsee-Kanal ist der Heringszug in diesem Jahr etwa zwei Wochen später gestartet als in den vergangenen Jahren. Seit der zweiten Märzwoche sind die Fische dort nun richtig angekommen – in etwa in vergleichbarer Menge wie im Vorjahr. Wie fast in jedem Jahr gilt auch diesmal: Zu Beginn der Saison kommen zunächst die größeren Heringe, später werden die Fische meist kleiner. Nach derzeitiger Einschätzung könnte die Saison dafür auch rund zwei Wochen länger andauern und damit voraussichtlich bis mindestens Mitte April reichen. Interessant ist dabei, dass viele Angler erfahrungsgemäß eher gegen Ende der Saison besonders gut fangen.

Mehrere Angler stehen entlang eines Geländers am Nord-Ostsee-Kanal (NOK) und werfen gleichzeitig ihre Angelruten aus, um Heringe zu fangen. Die Menschen stehen dicht nebeneinander am Kanalufer und halten ihre Ruten schräg über das Wasser. Im Vordergrund steht ein Mann mit einer Angelrute, während weiter hinten mehrere Angler aktiv beim Heringsangeln zu sehen sind. Links verläuft ein Weg, auf dem Spaziergänger und Radfahrer unterwegs sind. Im Hintergrund fahren große Frachtschiffe über den Kanal. Die Szene ist von warmem Sonnenlicht geprägt und zeigt eine typische Angelsituation am NOK während der Heringssaison.
Heringsangeln am Nord-Ostsee-Kanal: Auch in der Hochsaison ist meistens genug Platz für ein entspanntes Angeln – zur Not abseits vom beliebtesten Platz unter der Holtenauer Hochbrücke.

Frühe und späte Reviere

Auch andernorts läuft die Heringssaison bereits an. In der Schlei ist der Hering schon voll da. Rund um Kappeln werden bereits gute Fänge gemeldet – und leider hat auch der Kormoran das Geschehen bereits bemerkt. Erfahrungsgemäß kommen die ersten Heringsfänge in Schleswig-Holstein meist aus der Schlei und dem Nord-Ostsee-Kanal. Danach folgen in der Regel Neustadt, Eckernförde, Kiel und Flensburg.

Ein paar wichtige Regeln

Wer jetzt auf Hering angeln möchte, sollte natürlich daran denken, dass die Fischereiabgabe entrichtet sein muss. Positiv: Das neue Online-Verfahren funktioniert inzwischen deutlich einfacher. In einigen Heringsrevieren – etwa im Nord-Ostsee-Kanal, in der Schlei und im Neustädter Hafen – ist zusätzlich ein Erlaubnisschein erforderlich. Außerdem gelten je nach Gewässer besondere Regelungen. So ist beispielsweise am NOK die Anzahl der Haken auf zwei Anbissstellen begrenzt. Überall hingegen muss der Hering nicht nur betäubt, sondern auch gekehlt oder abgestochen werden. Besonders zuverlässig und zudem für den Angler sicher gelingt das mit einem Kiemenschnitt.

Eine Person hält einen frisch gefangenen Hering in einer schwarzen Handschuhhand. Der silbrig glänzende Fisch liegt quer auf der Handfläche. Seine Schuppen schimmern leicht bunt im Licht, und am Kiemendeckel ist ein Kehlschnitt und eine Blutspur zu sehen. Der Hintergrund ist unscharf und zeigt den Boden eines Uferbereichs. Das Bild zeigt einen typischen Fang beim Heringsangeln.
Wichtig ist, dass die Heringe nach dem Betäuben umgehend abgestochen werden. Sicher gelingt dies mit einem Schnitt in die Kiemenaterie bzw. einem Kiemenrundschnitt.

Ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Fischabfälle müssen sachgemäß entsorgt werden. Sie gehören weder ins Wasser an der Kaikante noch in öffentliche Mülleimer. Eigentlich sollte das selbstverständlich sein – die Erfahrungen zeigen jedoch leider, dass dies nicht immer und überall beachtet wird.

Wir wünschen allen Heringsanglern eine erfolgreiche und schöne Saison, volle Paternoster und entspannte Stunden am Wasser.