Viele Anglerinnen und Angler kennen das Problem: Man steht am Wasser, weiß, dass es ein Schutzgebiet oder eine gesperrte Fläche in der Nähe gibt, aber nicht, wo genau dieser Bereich beginnt. „Darf ich hier noch angeln – und wenn ja, bis wo?“ Mit der digitalen Gewässerkarte von Angeln-in lässt sich diese Frage an den LAV-Verbandsgewässern sowie an der Küste Schleswig-Holsteins jetzt ganz praktisch beantworten.

Alle Angelinfos in einer Karte

In den vergangenen Jahren haben wir gemeinsam mit Angeln-in unsere Verbandsgewässer sowie die Küste Schleswig-Holsteins aus anglerischer Sicht digitalisiert. Gefördert wurde diese Arbeit durch die Fischereiabgabe des Landes Schleswig-Holstein. Dabei haben wir versucht, alle Regelungen abzubilden, die Einfluss auf die Angelei haben. Dafür haben wir unter anderem sämtliche Laichschonbezirke an der Küste identifiziert, vor Ort vermessen und anschließend in die digitale Karte übertragen. Auch die zum Teil sehr komplexen Bestimmungen in Naturschutzgebieten wurden möglichst leicht verständlich und nachvollziehbar in die Karte übernommen. Die Bestimmungen an den Verbandsgewässern, zum Beispiel Angelverbote in Fährbuchten am NOK oder Regelungen zum Naturschutz am Westensee, sind nun ebenfalls in der Karte und in den Gewässerprofilen leicht nachvollziehbar dargestellt. Wenn verfügbar, sind Links zum Erwerb von Erlaubnisscheinen direkt im Gewässerprofil hinterlegt. Auch Parkplätze, Bootsrampen und natürlich die barrierefreien Angelplätze sind in der Karte zu sehen.

Grafische Gegenüberstellung der traditionellen Darstellung von Angelregelungen und ihrer Umsetzung in der Angeln-in-App. Links ist ein umfangreicher Text mit detaillierten Fischereibestimmungen für verschiedene Elbabschnitte bei Geesthacht zu sehen, einschließlich Kilometerangaben, Uferseiten und zeitlicher Einschränkungen. Rechts zeigt eine digitale Kartenansicht dieselben Regelungen als farblich markierte Angelstrecken entlang der Elbe und ihrer Nebengewässer. Ein großer Pfeil mit der Beschriftung „Hieraus wird das hier“ verdeutlicht die Umwandlung komplexer juristischer Texte in eine leicht verständliche, geografisch dargestellte Kartenlösung. Die Grafik illustriert den Mehrwert digitaler Gewässerinformationen für Anglerinnen und Angler.
Im direkten Vergleich zwischen beschriebenen Angelstrecken und der Darstellung in der Karte werden die Vorteile offensichtlich.

Häfen – eine Herausforderung

Ein „schwarzer Fleck“ sind momentan noch die Häfen, insbesondere an der Ostsee. Die Verhältnisse sind dort zum Teil unklar und Ansprechpartner schwer auszumachen. Daher haben wir uns entschieden, mit der Veröffentlichung der Karte nicht zu warten, bis diese Baustelle vollständig abgehakt ist. Stattdessen werden wir diese Informationen im Laufe der Zeit nachliefern. Dafür ist kein Zutun der Nutzer nötig: Das Kartenmaterial aktualisiert sich selbstständig. Solltet ihr Fehler in der Karte finden oder Hinweise haben, wo wir weitere Informationen finden, zögert bitte nicht und sendet über die Funktion „Fehler melden“ in der App (in den Gewässerprofilen ganz unten) oder per E-Mail an einen kurzen Hinweis.

Maximaler Nutzen dank App

Besonders nutzerfreundlich ist die kostenfreie App für Android und iOS. Sie ermöglicht dank GPS eine genaue Standortbestimmung und stellt die Informationen smartphone-optimiert und intuitiv zur Verfügung. Eine dauerhafte Internetverbindung ist dabei nicht einmal nötig: Lediglich beim Start der App werden die Daten aktualisiert – das könnt ihr bereits zu Hause oder auf dem Weg ans Wasser erledigen. Beim Angeln selbst muss nur die Standortfunktion eures Smartphones aktiviert sein.

Das Bild ist zweigeteilt. Auf der linken Seite ist ein breiter Sandstrand an der Schleimündung zu sehen. Im Vordergrund steht ein verwittertes Holzschild mit der Aufschrift „Naturschutzgebiet – Durchgang verboten“. Dahinter erstrecken sich helle Dünen, Absperrpfähle und ein weiterer gelber Hinweispfosten. Das Meer liegt ruhig links des Strandes, darüber ein weit gespannter Himmel mit hellen Wolken und blauen Auflockerungen. Die Landschaft wirkt offen, windgeprägt und naturbelassen. Auf der rechten Bildseite ist ein Smartphone-Screenshot der Angeln-in-App eingeblendet. Die Karte zeigt die Schleimündung mit großflächig rot markierten Sperr- und Schutzbereichen. Ein grüner Button „Angeltrip starten“ befindet sich im oberen Bereich. Im unteren Informationsfeld wird das Gewässer „Schlei Mündung“ mit dem Hinweis „Es liegen Sonderbestimmungen vor“ angezeigt. Die Gegenüberstellung verdeutlicht, wie die App Naturschutzgebiete und angelrechtliche Einschränkungen direkt auf der Karte sichtbar macht und damit Orientierung vor Ort bietet.
Auch ohne Zaun würde hier dank Standortfunktion Klarheit herrschen – NSG mit Betretungsverbot.

Alle wichtigen Regeln für ein Gewässer sind in der App durch Wischen abrufbar; Hinweise zu Schonzeiten und weiteren Bestimmungen stehen in der Gewässerbeschreibung. Beim Angeln hilft vor allem die genaue Anzeige des eigenen Standorts und die farblich hervorgehobenen Gewässerbereiche. So ist auf einen Blick klar, ob ihr an eurem aktuellen Platz angeln dürft oder nicht.

Euer Vereinsgewässer bei Angeln-in

Schongebiete, besondere Angelregelungen auf Gewässerstrecken, Schonzeiten: Dass die digitale Gewässerkarte sich auch für Vereine anbietet, liegt auf der Hand. Daher wollen wir unseren Mitgliedsvereinen gemeinsam mit Angeln-in die Eintragung von Vereinsgewässern anbieten. Mitgliedsvereine können dies bereits jetzt selbst mit einem eigenen Zugang erledigen. Eine Kurzanleitung für das Anlegen eines Vereins und von Gewässern wird von Angeln-in bereitgestellt. Bei Interesse könnt ihr euch direkt bei Angeln-in melden:

Keine Rechtssicherheit

Trotz aller Vorzüge der Gewässerkarte gibt es auch Einschränkungen. Die Genauigkeit von GPS-Signalen kann schwanken; unter anderem kann es aufgrund der veränderten politischen Lage in Europa zu Ungenauigkeiten bei der Darstellung der eigenen Position in der Karte kommen. Auch kleinere Bachmündungen an der Küste können sich verlagern. Und letztlich kann es trotz aller Sorgfalt passieren, dass beim Einzeichnen von Schon- und Schutzgebieten Fehler entstehen oder Änderungen in den Gewässerordnungen nicht sofort in den Gewässerprofilen erscheinen. Daher ist die digitale Gewässerkarte als sehr gute und genaue Orientierung zu verstehen. Rechtssicherheit bietet sie jedoch nicht.

Enormer Praxisnutzen

Trotz dieser rechtlichen Einschränkung ist der Praxisnutzen insbesondere der App hoch. An einigen Gewässern ist für Ortsunkundige ein entspanntes, regelkonformes Angeln eigentlich nur mit der App möglich. Um möglichst sicherzugehen, dass die Darstellungen korrekt sind, haben wir sie in der Praxis ausgiebig überprüft – zum Beispiel an Verbandsgewässern mit teils sehr kleinskaligen Gebietsregelungen wie am Prüßsee oder an fast allen Laichschonbezirken der Küste. Dort haben wir mit einem Entfernungsmesser den 200-Meter-Abstand genau geprüft und etwaige Unstimmigkeiten korrigiert.

Eine digitale Gewässerkarte des Prüßsees ist zu sehen. Einige Bereiche des abgebildeten Gewässers sind farblich hervorgehoben.
Die digitale Gewässerkarte von Angeln-in ist ideal für das Beangeln des Prüßsees. Der Klick auf die Abbildung führt zur interaktiven Angeln-in-Karte (externer Link).

Durch den hohen Informationsgehalt der Karte und die intuitive Nutzbarkeit steht den Anglerinnen und Anglern in Schleswig-Holstein nun eine wirklich brauchbare Gewässerkarte kostenlos zur Verfügung – auch dank der Fischereiabgabe SH, die somit direkt wieder den Anglerinnen und Anglern zugutekommt.

Probiert die App einfach aus: Sie kostet nichts, und eine Anmeldung ist für die Nutzung der Gewässerkarte nicht erforderlich. Wer sich anmeldet, kann ein Profil anlegen, seinen Verein oder Verband hinterlegen und hat Zugriff auf ein individuelles Fangbuch sowie umfangreiche Statistiken.

Zentral auf schwarzem Hintergrund ist ein modernes Smartphone dargestellt. Auf dem Bildschirm ist die Angeln-in-App geöffnet. Die Karte zeigt Schleswig-Holstein und angrenzende Küsten- und Meeresgebiete mit farblich hervorgehobenen Angelgewässern und Schutzgebieten. Mehrere Bedienelemente und Symbole für Kartenfunktionen, Suche, Navigation und Informationen sind entlang der Bildschirmränder angeordnet. Im oberen Bereich befindet sich ein auffälliger grüner Button mit der Aufschrift „Angeltrip starten“. Die Darstellung vermittelt den Eindruck einer digitalen Navigations- und Informationsplattform für Anglerinnen und Angler, die Angelgewässer, Regelungen und Orientierungshilfen mobil verfügbar macht.

Hier findet ihr die kostenlose Angeln-in App:

Angeln-in App im Google Play Store:
https://play.google.com/store/apps/details?id=de.angelnin.app

Angeln-in App im Apple App Store:
https://apps.apple.com/de/app/angeln-in/id1460809527

Der Text "gefördert aus Mitteln der Fischereiabgabe" steht links neben einer kleinen Flagge des Bundeslandes Schleswig-Holstein. Die Flagge zeigt drei horizontale Streifen in den Farben Blau, Weiß und Rot.