
Der Fisch des Jahres steht fest. Die Online-Abstimmung wurde in diesem Jahr sehr gut angenommen, mehr als 13.000 Stimmen wurden abgegeben.
Eine Fischart bekam bei der diesjährigen Wahl zum Fisch des Jahres durch die Presse unbeabsichtigte Unterstützung: Angriffe auf Badegäste, Schießereien an Bayerischen Seen … Die Wahl fiel zugunsten des 2025er Medien-Lieblings Wels aus. Wir können nicht verhehlen, dass wir uns mit der Quappe einen anderen Sieger gewünscht hätten. Schließlich ist die Wahl eine Möglichkeit, auf Probleme hinzuweisen, und die Quappe hat deutlich mehr zu kämpfen als der Europäische Wels. Insbesondere der Klimawandel und die weiterhin fortbestehende Eutrophierung unserer Gewässer machen der kälteliebenden Quappe zu schaffen. Daher engagieren wir uns seit zwei Jahren in der Reproduktion dieser Art. Dem Wels hingegen kommt wärmer werdendes Wasser zugute. Aber natürlich darf auch mal für eine Fischart im Aufwind gestimmt werden – und so ist es geschehen: der Europäischer Wels erhielt über 56 % der Stimmen, die Quappe nur 31,00 % und der Hundshai knapp 13 %.
Welse in Schleswig-Holstein
Mit milder werdendem Klima hat sich der Wels auch bei uns im Norden weiter ausgebreitet – oft mit menschlicher Unterstützung und leider oft genug mit unerwünschten ökologischen Folgen. In einigen Systemen ist er allerdings auch schon lange zu finden. So wurde die Wakenitz schon in den 90er Jahren als eines der besten Welsgewässer im Norden bekannt. Die Schwentine hat schon seit Jahren einen berechtigt guten Ruf unter Welsanglern. In der Elbe kommt die Art ebenfalls recht häufig vor, dort wird sie allerdings nicht intensiv beangelt. Neuerdings scheinen sich die Fische weiter auszubreiten und es gibt immer mehr Fangberichte aus bis dato als weitestgehend welsfrei geltenden Gewässern. So sind beispielsweise aus der Treene, dem Westensee und zahlreichen Vereinsgewässern glaubhafte Begegnungen mit Welsen gemeldet worden.

Der Wels ist ein effektiver Aalräuber, auch deshalb darf er in Gewässern, in denen Aal besetzt wird, nicht eingeführt oder unterstützt werden. Auch in einem unserer Verbandsgewässer besteht das Spannungsverhältnis Aal/Wels: dem Elbe-Lübeck-Kanal. Das reizvolle Gewässer im Südosten des Landes ist schon seit längerem als gutes Welsgewässer bekannt. Angler berichten über teils sehr gute Welsfänge von Fischen zwischen 50 Zentimetern und etwas mehr als einem Meter. Auch in dem angrenzenden Prüßsee werden Welse gefangen. Im Schnitt zwar weniger als im Kanal, aber dafür sehr viel größere Exemplare, Fische über 1,80 sind hier möglich. Gelegentlich kann man große Welse dort sogar im klaren Wasser beobachten, besonders während der Laichzeit ein Schauspiel!

Wer nun Lust bekommt, es mal auf Wels im Elbe-Lübeck-Kanal oder Prüßsee zu probieren – hier geht es zu den Erlaubnisscheinen:
Mitteilung des DAFV zum Fisch des Jahres 2026
Der Europäische Wels (Silurus glanis) ist Fisch des Jahres 2026. Mit dieser Wahl machen der Deutsche Angelfischerverband e.V. (DAFV), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Gesellschaft für Ichthyologie e.V. (GfI) auf eine faszinierende und nicht zuletzt aufgrund ihrer Größe besondere Fischart aufmerksam.

Der Europäische Wels ist mit Längen von bis zu 3 m der größte einheimische Süßwasserfisch. Mit einem Gewicht von bis zu 150 kg kann er beeindruckende Dimensionen erreichen. Als wärmeliebende Art profitiert er derzeit erheblich von den steigenden Temperaturen infolge des Klimawandels.
Dort wo der Wels ursprünglich verbreitet ist, spielt er eine wichtige Rolle im aquatischen Ökosystem, da er Fischbestände reguliert und durch das Fressen von Aas und kranken Fischen zur Gewässergesundheit beiträgt. Gleichzeitig kann seine enorme Größe und der damit verbundene Nahrungsbedarf erhebliche Auswirkungen auf den Fischbestand haben.
Auch wenn der Wels nach der bundesweiten Roten Liste der Süßwasserfische und Neunaugen als ungefährdet gilt, steht seine Ernennung zum Fisch des Jahres stellvertretend für die Bedeutung artenreicher und intakter Gewässerökosysteme, sowie der Bedeutung einer sachlichen Auseinandersetzung mit dieser heimischen Art. In den Medien wird der Wels häufig als gefährlicher Räuber dargestellt und erregt jedes Jahr aufs Neue großes öffentliches Interesse. Der Wels zeigt exemplarisch, wie anpassungsfähig und ökologisch bedeutsam Fischarten in unseren Gewässern sein können.
Merkmale und Verhalten
Der Europäische Wels besitzt einen langgestreckten, walzenförmigen Körper mit einer schleimigen, schuppenlosen Haut. In diese ist ein komplexes System von Elektrorezeptoren eingebettet, dessen Funktion bislang nicht vollständig erforscht ist. Charakteristisch für die Art sind die stark reduzierte Rückenflosse sowie das Fehlen einer Fettflosse, wie sie bei vielen der weltweit rund 4000 Welsarten vorkommt.
Der große, breite Kopf und das oberständige Maul sind typische Merkmale des Europäischen Welses. Feine Bürstenzähne im Kieferbereich ermöglichen ein sicheres Festhalten der Beute. Zur Orientierung im oft trüben Wasser nutzt der Wels seine sechs Barteln, zwei längere am Oberkiefer und vier kürzere am Unterkiefer. Diese empfindlichen Tastorgane spielen eine wichtige Rolle bei der Wahrnehmung von Beute und Artgenossen. Die vergleichsweise kleinen Augen sind von geringerer Bedeutung, da sich der Wels vor allem auf Tast- und Geruchssinn stützt. Die lange Afterflosse, die nahezu bis zur Schwanzflosse reicht, ermöglicht dem Wels ruhige und kraftvolle Schwimmbewegungen. In seiner Färbung zeigt sich der Europäische Wels meist dunkel, häufig braun bis schwarz marmoriert, während der Bauch heller erscheint.
Welse nutzen niederfrequente Töne bis in den Infraschallbereich bei der Nahrungssuche. Darüber hinaus zeigen Welse ein ausgeprägtes Sozialverhalten, das durch intensiven Körper-, Kopf- und Bartelkontakt sowie durch tieffrequente Lautäußerungen gekennzeichnet ist. Es wird angenommen, dass diese Laute der innerartlichen Kommunikation dienen.
Als opportunistischer Räuber verfügt der Europäische Wels über ein breites Nahrungsspektrum. Er ernährt sich überwiegend von Fischen, nimmt aber auch Insekten, Würmer, Krebse, Schnecken und Frösche auf. Gelegentlich erbeuten größere Exemplare kleine Wasservögel oder Säugetiere.
Ursprüngliche und gebietsfremde Verbreitung
Der Europäische Wels zählt ursprünglich zu den typischen Fischarten des Donau- und Rheinsystems. In Bayern war er vor allem in der Donau sowie in deren Nebenflüssen wie Isar, Inn, Lech, Naab und Altmühl verbreitet. Auch im Südwesten Deutschlands, konkret am Oberrhein und in angrenzenden Altrheinen, ist er natürlicherweise heimisch.
Durch menschliche Eingriffe wie Besatzmaßnahmen seit dem 19. Jahrhundert sowie durch künstliche Kanalverbindungen wie den Main-Donau-Kanal hat sich der Wels in deutschen Gewässern stark ausgebreitet. Heute ist er auch in Regionen präsent, in denen er ursprünglich nicht vorkam. Dazu zählen unter anderem das Elbe- und Oder-Einzugsgebiet, norddeutsche Flüsse und Seen in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie zahlreiche Baggerseen, Stauseen und Teiche, die aktiv mit Welsen besetzt wurden.
Menschliche Einflüsse und Managementmaßnahmen
Die heutigen Hauptvorkommen des Europäischen Welses in West- und Südeuropa sind größtenteils auf gezielte menschliche Eingriffe zurückzuführen, darunter teils auch illegale Besatzmaßnahmen. Dadurch wurden die natürlichen Lebensgemeinschaften vielerorts erheblich gestört, da der Wels als großer Prädator heimische Fischarten verdrängen und das ökologische Gleichgewicht nachhaltig beeinflussen kann. Darüber hinaus stellt die zunehmende Präsenz von Welsen ein Problem für Meerneunaugen und wandernde Fischarten wie Lachse, Meerforellen und Maifische dar. Besonders an Wehranlagen, Querverbauungen und Fischtreppen sind sie häufig anzutreffen.
- Größter einheimischer Süßwasser-Raubfisch Europas (bis 3 m Länge, 150 kg Gewicht)
- Profitiert als wärmeliebende Art vom Klimawandel
- Vorkommen außerhalb des ursprünglichen Verbreitungsgebietes durch menschliches Eingreifen
- Beeinträchtigung von Lebensgemeinschaften außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes
- Welse nutzen Fischansammlungen unterhalb von menschgemachten Querbauwerken in Fließgewässern zur Jagd
Infobox: Fisch des Jahres

Seit 1991 wird in Deutschland der „Fisch des Jahres“ durch die organisierte Anglerschaft ausgezeichnet. Die Auswahl und Bekanntgabe erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Gesellschaft für Ichthyologie e.V. (GfI). Mit dieser gemeinsamen Initiative machen die Partner auf die Gefährdung einzelner Fischarten sowie auf die ökologischen Herausforderungen in unseren Gewässern aufmerksam. Für die Wahl spielen verschiedene Kriterien eine zentrale Rolle, darunter die Naturschutzrelevanz, das Vorkommen in deutschen Gewässern, die Bekanntheit der Art und ihre symbolische Bedeutung für bestimmte Lebensräume. Darüber hinaus soll der jeweilige „Fisch des Jahres“ auf Probleme wie Gewässerverschmutzung, Flussverbauungen oder den Klimawandel hinweisen.
Der „Fisch des Jahres“ wird seit 2023 in einer öffentlichen Online-Abstimmung gewählt. Unter den 13.182 gültigen Stimmen ging für 2026 der Europäische Wels als Sieger hervor. Die Ergebnisse der Abstimmung waren wie folgt: Europäischer Wels: 56,05%, Quappe: 31,00%, Hundshai: 12,95%.
Das passende Messer zum Fisch
Wer sich jetzt gleich mal um die unerwünscht Zunahme des Welses in seinem Vereinsgewässer kümmern möchte, für den gibt es eine gute Nachricht: Passend zum Fisch des Jahres bringt der DAFV jedes Jahr ein Messer auf den Markt, das im DAFV-Shop bestellbar ist. Das Wels-Messer ist jetzt hier vorbestellbar, die Lieferung erfolgt voraussichtlich noch in diesem Jahr.

Auch in den vergangenen Jahren wurde jeweils ein Messer zum Fisch des Jahres entworfen, die ganze Auswahl findet ihr hier: alle Messer zum Fisch des Jahres.
