Teilnehmer einer Versammlung stimmen per Handzeichen in einem Saal ab.
Über drei Anträge wurde auf der LAV JHV eindeutig abgestimmt: Hier war es das Nein zum Ende von kostenlosen Erlaubnisscheinen an den LAV-Seen.

Auf unserer Jahreshauptversammlung am 26. April 2026 in Nortorf wurde deutlich, dass ein Thema den Landesangelverband Schleswig-Holstein derzeit besonders beschäftigt: der weitere Ausbau von Alt-Mühlendorf. Zugleich zeigte die Versammlung, wie breit der Verband fachlich, organisatorisch und politisch aufgestellt ist. 63 Vereine, neun Kreisverbände sowie Präsidiumsmitglieder und Referenten waren vertreten – insgesamt mit 270 Stimmen.

Alt-Mühlendorf bleibt unser zentrales Zukunftsprojekt

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist weiterhin Alt-Mühlendorf. Der Um- und Neubau der Fischbrutanstalt, die Prüfung des Erwerbs des benachbarten Mühlengebäudes und die Perspektive eines Artenschutz- und Informationszentrums binden derzeit viele Kräfte. Gleichzeitig ist klar: Genau hier liegt eine große Chance für den Verband. In Alt-Mühlendorf können wir Fischbrut, Artenschutz, Fachwissen und Öffentlichkeitsarbeit an einem Ort zusammenführen und noch sichtbarer machen, was Angler für Gewässer und Arten leisten.

Die Abbildung zeigt einen farblich gestalteten Lageplan der Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf mit der geplanten Umgestaltung. In der linken Bildhälfte verläuft die Hauptstraße, von der aus eine gelb markierte Zufahrt zum Gelände führt. Direkt an der Zufahrt liegt ein rechteckiger Parkplatz mit rund 20 eingezeichneten Stellplätzen für Pkw. Südlich des Parkplatzes befinden sich drei grün eingefärbte Rundbecken und eine große Baumgruppe. Ein Weg führt zu einem länglichen, rot markierten Mühlengebäude, das über eine Holzbrücke erreichbar ist. Entlang des Gebäudes verläuft ein hellblauer, gewundener Kanal mit kleinen Staustufen, der als „Raugerinne mit Sohlstufen“ beschriftet ist und in der „Mühlennau“ mündet. Im Zentrum und Osten des Plans sind mehrere Gebäude eingezeichnet: eine „Bruthalle“, ein „Bruthaus 2 und Lagerhalle“ sowie ein „Wirtschafts- und Bürogebäude“. Die Gebäude sind mit Maßangaben versehen, z. B. 16,50 m oder 12,00 m. Auch mehrere Bäume und Freiflächen sind dargestellt. Rechts unten im Planfeld befinden sich die Angaben zur Urheberschaft und Maßstab: „Fischbrutanstalt Alt-Mühlendorf – Umplanung“, Landesanglerverband Schleswig-Holstein e. V., Planstand vom 18.03.2025, Maßstab 1 : 350.
Eine neue Fischbruthalle, modernes Wirtschaftsgebäude, modernisiertes Bruthaus 2: So soll es Ende 2026 in Alt-Mühlendorf aussehen.

In dem Bericht unseres Präsidenten Peter Heldt wurde auch deutlich, wie aufwendig dieses Projekt im Hintergrund ist: Wir erhalten eine umfangreiche Förderung aus einem Sondervermögen des Landes. Das bedeutet einen hohen Verwaltungs- und Planungsaufwand. Förderanträge, Genehmigungen, Abstimmungen mit Behörden und die bauliche Umsetzung laufen parallel unter hohem Zeitdruck. Der erste Bauabschnitt für das neue Bruthaus ist bereits sichtbar vorangekommen, und bis Ende 2026 soll in Alt-Mühlendorf möglichst viel umgesetzt sein.

Neuerungen im Prüfungswesen bringen viel zusätzliche Arbeit

Im Fischereischeinwesen hat sich im vergangenen Jahr viel verändert. Neue Unterrichtsunterlagen, neue Prüfungsbögen, die praktische Prüfung und der eingeführte Praxistag haben das System spürbar verändert. Ralf Mollines berichtete, dass sich vieles inzwischen eingespielt hat, der Umstellungsprozess aber noch nicht abgeschlossen ist. Hinzu kommen Digitalisierungsschritte und steigende Anforderungen in der Organisation.

Deutlich wurde auch, wie groß dieses Arbeitsfeld inzwischen ist: Im vergangenen Jahr wurden 155 Prüfungen durchgeführt. 2.390 Erwachsene und 1.752 Jugendliche nahmen teil, hinzu kamen zahlreiche Online-Lerner. Diese Zahlen zeigen, welche praktische und organisatorische Leistung hinter diesem Bereich steht.

Weitere Berichte: viel Arbeit in der Breite

Daneben wurde auf der Jahreshauptversammlung eine Vielzahl weiterer Themen angesprochen: die Brutsaison 2025/2026 mit Forellen, Quappen, Schnäpeln, Haseln und Zandern, neue Naturschutzgebiete in der Ostsee mit Angelverboten, das LAV-Gewässerwarteseminar, das Förderprogramm Fisch-Horizonte, Fragen rund um LNG-Ausgleichszahlungen in Brunsbüttel, die Jugendarbeit, Veranstaltungen im Bereich Angeln und Sport sowie die fortschreitende Digitalisierung im Verband. Auch der digitale Mitgliedsausweis und die App „Angeln-in“ waren Thema.

Zwei Männer bei einer Ehrung, einer hält eine Urkunde des Landesangelverbandes Schleswig-Holstein.
Zu Beginn der Jahreshauptversammlung wurde Bernhard Röder vom Präsidenten Peter Heldt für seinen Einsatz im Artenschutz mit der Goldenen Ehrennadel geehrt.

Klare Beschlüsse und breite Zustimmung

Das Präsidium wurde für das Geschäftsjahr 2025 einstimmig entlastet. Auch der Haushaltsvoranschlag 2026 wurde einstimmig beschlossen. Der Antrag zur Abschaffung kostenloser Erlaubnisscheine wurde nach ausführlicher Aussprache deutlich abgelehnt, ein weiterer Antrag zu Wettfischveranstaltungen zurückgezogen. Die neue Geschäftsordnung für den Artenschutzfonds wurde einstimmig verabschiedet.

Unsere Jahreshauptversammlung 2026 hat gezeigt, dass der LAV in vielen Bereichen gleichzeitig gefordert ist. Mit Alt-Mühlendorf gestalten wir ein großes Zukunftsprojekt, bei den Angelverboten in der Ostsee bleiben wir aktiv im Sinne der Angler, und im Prüfungswesen begleiten wir tiefgreifende Veränderungen. Daneben läuft die tägliche Arbeit in Artenschutz, Jugendarbeit, Gewässerpflege, Ausbildung und Verbandsservice weiter. Genau das macht die Stärke unseres Verbandes aus: Wir packen die großen Themen an, ohne die Arbeit in der Breite aus dem Blick zu verlieren.