
Auf unserer Jahreshauptversammlung am 26. April 2026 in Nortorf wurde deutlich, dass ein Thema den Landesangelverband Schleswig-Holstein derzeit besonders beschäftigt: der weitere Ausbau von Alt-Mühlendorf. Zugleich zeigte die Versammlung, wie breit der Verband fachlich, organisatorisch und politisch aufgestellt ist. 63 Vereine, neun Kreisverbände sowie Präsidiumsmitglieder und Referenten waren vertreten – insgesamt mit 270 Stimmen.
Alt-Mühlendorf bleibt unser zentrales Zukunftsprojekt
Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist weiterhin Alt-Mühlendorf. Der Um- und Neubau der Fischbrutanstalt, die Prüfung des Erwerbs des benachbarten Mühlengebäudes und die Perspektive eines Artenschutz- und Informationszentrums binden derzeit viele Kräfte. Gleichzeitig ist klar: Genau hier liegt eine große Chance für den Verband. In Alt-Mühlendorf können wir Fischbrut, Artenschutz, Fachwissen und Öffentlichkeitsarbeit an einem Ort zusammenführen und noch sichtbarer machen, was Angler für Gewässer und Arten leisten.

In dem Bericht unseres Präsidenten Peter Heldt wurde auch deutlich, wie aufwendig dieses Projekt im Hintergrund ist: Wir erhalten eine umfangreiche Förderung aus einem Sondervermögen des Landes. Das bedeutet einen hohen Verwaltungs- und Planungsaufwand. Förderanträge, Genehmigungen, Abstimmungen mit Behörden und die bauliche Umsetzung laufen parallel unter hohem Zeitdruck. Der erste Bauabschnitt für das neue Bruthaus ist bereits sichtbar vorangekommen, und bis Ende 2026 soll in Alt-Mühlendorf möglichst viel umgesetzt sein.
Neuerungen im Prüfungswesen bringen viel zusätzliche Arbeit
Im Fischereischeinwesen hat sich im vergangenen Jahr viel verändert. Neue Unterrichtsunterlagen, neue Prüfungsbögen, die praktische Prüfung und der eingeführte Praxistag haben das System spürbar verändert. Ralf Mollines berichtete, dass sich vieles inzwischen eingespielt hat, der Umstellungsprozess aber noch nicht abgeschlossen ist. Hinzu kommen Digitalisierungsschritte und steigende Anforderungen in der Organisation.
Deutlich wurde auch, wie groß dieses Arbeitsfeld inzwischen ist: Im vergangenen Jahr wurden 155 Prüfungen durchgeführt. 2.390 Erwachsene und 1.752 Jugendliche nahmen teil, hinzu kamen zahlreiche Online-Lerner. Diese Zahlen zeigen, welche praktische und organisatorische Leistung hinter diesem Bereich steht.
Weitere Berichte: viel Arbeit in der Breite
Daneben wurde auf der Jahreshauptversammlung eine Vielzahl weiterer Themen angesprochen: die Brutsaison 2025/2026 mit Forellen, Quappen, Schnäpeln, Haseln und Zandern, neue Naturschutzgebiete in der Ostsee mit Angelverboten, das LAV-Gewässerwarteseminar, das Förderprogramm Fisch-Horizonte, Fragen rund um LNG-Ausgleichszahlungen in Brunsbüttel, die Jugendarbeit, Veranstaltungen im Bereich Angeln und Sport sowie die fortschreitende Digitalisierung im Verband. Auch der digitale Mitgliedsausweis und die App „Angeln-in“ waren Thema.

Klare Beschlüsse und breite Zustimmung
Das Präsidium wurde für das Geschäftsjahr 2025 einstimmig entlastet. Auch der Haushaltsvoranschlag 2026 wurde einstimmig beschlossen. Der Antrag zur Abschaffung kostenloser Erlaubnisscheine wurde nach ausführlicher Aussprache deutlich abgelehnt, ein weiterer Antrag zu Wettfischveranstaltungen zurückgezogen. Die neue Geschäftsordnung für den Artenschutzfonds wurde einstimmig verabschiedet.
Unsere Jahreshauptversammlung 2026 hat gezeigt, dass der LAV in vielen Bereichen gleichzeitig gefordert ist. Mit Alt-Mühlendorf gestalten wir ein großes Zukunftsprojekt, bei den Angelverboten in der Ostsee bleiben wir aktiv im Sinne der Angler, und im Prüfungswesen begleiten wir tiefgreifende Veränderungen. Daneben läuft die tägliche Arbeit in Artenschutz, Jugendarbeit, Gewässerpflege, Ausbildung und Verbandsservice weiter. Genau das macht die Stärke unseres Verbandes aus: Wir packen die großen Themen an, ohne die Arbeit in der Breite aus dem Blick zu verlieren.
