
Kurzportrait
Der Prüßsee ist eines der spannendsten „neuen“ LAV-Gewässer im Südosten Schleswig-Holsteins. Er liegt landschaftlich reizvoll im Naturpark Lauenburgische Seen zwischen Mölln und Lauenburg – direkt am Elbe‑Lübeck‑Kanal (ELK). Entstanden ist das Gewässer durch Kiesabbau: Im Grunde handelt es sich um mehrere miteinander verbundene Baggerseen. Genau das macht den Reiz aus – denn die Unterwasserstruktur ist abwechslungsreich, mit Kanten, Plateaus, Krautbänken und tieferen Becken. Die Wasserqualität gilt als gut, weil mehrere Quellen verschiedene Seeteile speisen. Zusätzlich sorgt die direkte Verbindung zum ELK über einen kurzen Stichkanal für Austausch und saisonale Fischwanderungen.
Angeln & Regelwerk
Das Fischereirecht am Prüßsee ist komplex: Neben dem LAV gibt es zahlreiche Anwohner mit kleinräumigen Rechten. Deshalb sind nicht alle Bereiche frei beangelbar. Entscheidend ist, dass die Grenzen zwischen Angel- und Verbotsbereichen strikt eingehalten werden. Für die Praxis hat sich dafür eine digitale Gewässerkarte bewährt, in der Angel- und Sperrzonen sowie die eigene Position sichtbar sind (App Angeln-In).
Es kann in dafür ausgewiesenen Zonen vom Ufer aus geangelt werden; seit 2024 sind außerdem Mietboote am See verfügbar, wodurch sich die Inselwelt, Krautfelder und tieferen Bereiche deutlich besser erschließen lassen. Gerade auf einem verwinkelten, strukturierten Baggerseenkomplex ist das Boot ein echter Vorteil.
Spots, Bedingungen & Service
Viele LAV‑Uferstrecken liegen „im Grünen“, abseits von Wassergrundstücken. Teilweise sind die Ufer noch etwas verwildert; eine Wathose kann den Aktionsradius deutlich erweitern, es gibt aber auch Plätze, an denen entspannt ohne Wathose geangelt werden kann. Mit Boot lassen sich die zahlreichen Inseln, Totholzbereiche und Krautkanten gezielt anfahren – typische Standplätze für Räuber wie Hecht und Wels sowie für Schleie und Karpfen am Holz.
Wichtiger Praxispunkt: Gerade in der kalten Jahreszeit wandern Fische aus dem ELK in den Prüßsee ein, um im tieferen Wasser und in Pflanzenbeständen zu überwintern. Wer dann mobil bleibt und Strukturen abfischt, kann sehr abwechslungsreiche Tage erleben.

Fischbestand & Besonderheiten
Bekannt ist der Prüßsee vor allem für seine Hechte und Karpfen. Karpfen können beachtliche Größen erreichen (Fische im Bereich 15–25 kg sind grundsätzlich möglich). Ebenfalls spannend: Schleien lassen sich im klaren Wasser mitunter beobachten und gezielt beangeln.
Seit einigen Jahren nimmt zudem der Welsbestand deutlich zu; inzwischen sind nicht nur viele, sondern auch größere Exemplare vorhanden. Barsche profitieren ebenfalls von der ELK‑Anbindung: In der kälteren Jahreszeit sind sehr gute Barschfänge möglich, wenn Fischschwärme in den See ziehen.
Kurz: Der Prüßsee ist ein Struktur- und „Sichtwasser“-Revier mit viel Potential – ideal für alle, die gerne Plätze lesen, mobil fischen und bewusst an Hotspots arbeiten.
Wichtige Merkmale
- Lage: Naturpark Lauenburgische Seen (zwischen Mölln und Lauenburg), direkt am Elbe‑Lübeck‑Kanal (Stichkanal)
- Gewässertyp: miteinander verbundener Baggerseen‑Komplex (Kiesabbau) mit ausgeprägter Unterwasserstruktur
- Angelmöglichkeiten: Uferangeln (ausgewiesene Strecken), Mietboote am zentral gelegenen Steg verfügbar
- Hinweise: komplexe Fischereirechte – Angel-/Verbotszonen unbedingt beachten; digitale Gewässerkarte sehr empfehlenswert
- Zielfische/Bestand: Hecht, Karpfen, Schleie, Barsch, Aal, Wels (zunehmend), Brassen u. a.
- Preise: Mitglieder 10 €/Tag, 20 €/3‑Tage, 40 €/Woche, 120 €/Jahr | Nicht‑Mitglied 15 €/Tag, 30 €/3‑Tage, 60 €/Woche, 180 €/Jahr
Hier gibt es Erlaubnisscheine: https://www.hejfish.com/d/15387-pruesssee
